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Impfungen für Senioren: Empfehlungen für Deutschland 2026

Mit den Jahren verändert sich das Immunsystem, und manche Infektionen verlaufen dann deutlich schwerer als in jüngeren Jahren. Eine Grippe, die mit 40 ein paar unangenehme Tage bedeutet, kann mit 75 zu einer Lungenentzündung oder einem Krankenhausaufenthalt führen. Genau deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf den eigenen Impfstatus, auch wenn der letzte Pieks schon Jahre zurückliegt.

Eine medizinische Fachkraft verabreicht einer älteren Person eine Impfung in einer Praxis.

Impfungen im Alter unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von denen im jüngeren Erwachsenenleben: Einige werden erst ab einem bestimmten Alter überhaupt empfohlen, andere ändern sich im Rhythmus oder Impfstoff, sobald die 60 oder 75 überschritten ist. Wer das einmal verstanden hat, kann das Arztgespräch gezielter vorbereiten, statt sich auf vage Erinnerungen an frühere Impfpässe zu verlassen.

Welche Impfungen stehen ab 60 regelmäßig an?

Ab 60 Jahren gehören die jährliche Grippeimpfung und eine Auffrischung gegen COVID-19 zu den Standardimpfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) regelmäßig empfiehlt. Hinzu kommen einmalige oder in größeren Abständen wiederholte Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose, die im nächsten Abschnitt genauer erklärt werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht diese Empfehlungen jährlich im Epidemiologischen Bulletin und aktualisiert sie, sobald neue Daten das nötig machen.

Der Grund für diese Altersgrenze liegt in der sogenannten Immunseneszenz: Das Immunsystem reagiert mit den Jahren langsamer und schwächer auf Erreger, wodurch Infektionen häufiger schwer verlaufen. Eine Auffrischimpfung gleicht diesen Effekt teilweise aus, indem sie die Abwehrreaktion gezielt erneut anstößt.

Warum wird die Grippeimpfung jedes Jahr empfohlen?

Influenzaviren verändern sich von Saison zu Saison, weshalb der Impfstoff jedes Jahr an die aktuell zirkulierenden Virusvarianten angepasst wird. Menschen ab 60 sollten sich laut einer Übersicht zu wichtigen Impfungen im Alter einmal im Jahr gegen Grippe impfen lassen, in der Regel im Herbst vor Beginn der Erkältungssaison. Der Schutz aus dem Vorjahr reicht nicht aus, selbst wenn die Impfung gut vertragen wurde.

Zusätzlich lässt der Immunschutz nach einigen Monaten spürbar nach, sodass eine frühzeitige Impfung im Oktober oder November den besten Schutz über die Wintermonate bietet. Bei akuten Infekten verschiebt die Praxis den Termin meist um wenige Tage.

Wer sollte die COVID-19-Impfung jährlich auffrischen lassen?

Menschen ab 60 Jahren profitieren von einer jährlichen Auffrischung, da das Risiko für einen schweren Verlauf mit zunehmendem Alter steigt. Gesund.bund.de nennt COVID-19 neben Grippe, Pneumokokken und Gürtelrose als eine der von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen für diese Altersgruppe.

Wer zusätzlich an einer chronischen Erkrankung leidet, etwa an Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, sollte die Auffrischung besonders zuverlässig wahrnehmen. Die Hausarztpraxis kann im Gespräch einschätzen, ob der Abstand zur letzten Impfung oder Infektion bereits ausreicht.

Wie schützen Impfungen vor Pneumokokken und Gürtelrose?

Pneumokokken können schwere Lungenentzündungen auslösen, während Gürtelrose (Herpes zoster) oft mit starken, lange anhaltenden Nervenschmerzen einhergeht. Beide Erkrankungen treffen ältere Menschen häufiger und schwerer, weshalb die STIKO für beide eine gezielte Impfstrategie für die Altersgruppe ab 60 vorsieht.

In Deutschland erkranken nach Angaben aus einer Fachpublikation zu impfpräventablen Erkrankungen jährlich bis zu 300.000 Menschen an Gürtelrose. Das zeigt, wie verbreitet diese Erkrankung im höheren Lebensalter tatsächlich ist.

Für wen ist die einmalige Pneumokokken-Impfung mit PCV20 vorgesehen?

Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt das RKI eine einmalige Impfung mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff Prevenar 20 (PCV20), wie aus der aktuellen Impfempfehlung des RKI hervorgeht. Diese Grundimmunisierung ersetzt frühere Schemata, bei denen teils zwei unterschiedliche Impfstoffe nacheinander verabreicht wurden.

Wichtig für das Arztgespräch: PCV20 wird in der Regel als einmalige Standardimpfung verstanden und nicht routinemäßig nach einem festen Abstand von mehreren Jahren wiederholt. Wer bereits früher mit einem anderen Pneumokokken-Impfstoff geimpft wurde, sollte das im Gespräch erwähnen, damit die Praxis die individuell passende Vorgehensweise festlegen kann. Risikogruppen mit bestimmten Vorerkrankungen können abweichende Empfehlungen erhalten.

Warum sind gegen Gürtelrose zwei Impfdosen nötig?

Der Gürtelrose-Impfstoff benötigt zwei Dosen im Abstand von einigen Monaten, um einen verlässlichen Langzeitschutz aufzubauen. Die erste Dosis legt die Grundlage, die zweite festigt die Immunantwort deutlich.

Diese Impfung lohnt sich besonders, weil Gürtelrose nicht nur einen schmerzhaften Hautausschlag verursacht, sondern bei einem Teil der Betroffenen in eine Post-Zoster-Neuralgie übergeht, eine Nervenschmerzerkrankung, die Monate oder Jahre anhalten kann. Wer diese Impfung in Erwägung zieht, sollte beide Termine fest einplanen, da ein unvollständiges Schema den Schutz spürbar mindert.

Wann kommen RSV und weitere Impfungen für Risikogruppen infrage?

Die RSV-Impfung richtet sich in erster Linie an Menschen ab 75 Jahren, kann aber bei bestimmten Vorerkrankungen bereits ab 60 sinnvoll sein. Für wen genau eine Impfung angezeigt ist, hängt stark vom individuellen Gesundheitszustand und von möglichen Risikofaktoren ab, weshalb die Ständige Impfkommission hier differenzierter vorgeht als bei den klassischen Standardimpfungen.

Ab welchem Alter wird die RSV-Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung regulär ab einem Alter von 75 Jahren, bei bestimmten Grunderkrankungen bereits ab 60 Jahren, wie das Bundesministerium für Gesundheit bestätigt. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil RSV-Infektionen bei über 75-Jährigen deutlich häufiger zu schweren Atemwegserkrankungen führen als in jüngeren Altersgruppen.

Die Impfung kann gleichzeitig mit der saisonalen Grippe- oder COVID-19-Impfung verabreicht werden, was den Praxisbesuch im Herbst vereinfacht. Für die EU zugelassene RSV-Impfstoffe gibt es inzwischen auch eine Zulassungserweiterung auf Personen unter 60 Jahren mit erhöhtem Risiko, wie das RKI in seinen FAQ zur RSV-Impfempfehlung darlegt.

Wie beeinflussen Vorerkrankungen und Pflegebedürftigkeit den Impfschutz?

Chronische Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf vieler Infektionen deutlich, weshalb Betroffene oft schon früher als gesunde Gleichaltrige zu bestimmten Impfungen geraten wird. Wer in einer Pflegeeinrichtung lebt, ist zusätzlich einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, da sich Atemwegserreger in Gemeinschaftseinrichtungen schneller verbreiten können.

Pflegende Angehörige sollten den eigenen Impfschutz ebenfalls im Blick behalten, besonders gegen Grippe und COVID-19, um die Pflegeperson nicht zusätzlich zu gefährden. Wer sich mit den vielfältigen Themen rund um Pflegehilfsmittel für pflegebedürftige Senioren beschäftigt, stößt deshalb häufig gleich auch auf Fragen zum Impfschutz im häuslichen Umfeld.

Wann ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Die FSME-Impfung schützt vor einer durch Zeckenstiche übertragenen Hirnhautentzündung und wird vor allem Menschen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten leben oder dort häufig im Freien unterwegs sind. Diese Empfehlung ist nicht altersabhängig, sondern richtet sich nach dem Wohnort und den persönlichen Aufenthaltsgewohnheiten, etwa bei Gartenarbeit oder Spaziergängen in Waldgebieten.

Wer regelmäßig in einer der bekannten Risikoregionen unterwegs ist, sollte das Thema beim nächsten Praxisbesuch ansprechen, auch wenn die FSME-Impfung seltener im Mittelpunkt steht als Grippe- oder Pneumokokken-Impfungen.

Welche früheren Impfungen sollten überprüft werden?

Tetanus und Diphtherie gehören zu den Impfungen, die im Alter häufig in Vergessenheit geraten, weil die letzte Auffrischung oft Jahrzehnte zurückliegt. Ein Blick in den Impfpass klärt schnell, ob hier Nachholbedarf besteht.

Wann sind Tetanus und Diphtherie wieder fällig?

Die Tetanus-Impfung und die Diphtherie-Impfung sollten bei Erwachsenen alle zehn Jahre aufgefrischt werden, auch wenn keine akute Verletzung vorliegt. Viele Menschen erinnern sich nur an die letzte Auffrischung nach einer Gartenverletzung oder einem Tierbiss, dabei ist der reguläre Zehn-Jahres-Rhythmus unabhängig von solchen Anlässen gedacht.

Eine Polio-Auffrischung wird in diesem Zusammenhang ebenfalls einmal im Erwachsenenleben empfohlen, sofern keine vollständige Grundimmunisierung aus der Kindheit dokumentiert ist, wie infektionsschutz.de erläutert.

Was gilt bei fehlenden Impfnachweisen oder unvollständigem Schutz?

Fehlt der Impfpass oder lässt sich die Impfhistorie nicht lückenlos rekonstruieren, beginnt die Praxis in der Regel eine neue Grundimmunisierung, statt auf unsichere Angaben zu vertrauen. Das mag auf den ersten Blick aufwendig wirken, ist aber der sicherere Weg, als von einem lückenhaften Schutz auszugehen.

Wer unsicher ist, kann den eigenen Status vorab mit einem Online-Impfcheck abgleichen, etwa über die Angebote von gesund.bund.de oder infektionsschutz.de. Das ersetzt kein Arztgespräch, gibt aber schon vorab eine Orientierung, welche Auffrischungsimpfungen zur Sprache kommen sollten.

Wie lässt sich der Impfschutz mit der Arztpraxis planen?

Eine gute Vorbereitung auf den Impftermin beginnt mit dem Impfpass und einer kurzen Liste offener Fragen, nicht erst im Wartezimmer. Wer die eigene Krankengeschichte und bisherige Impfreaktionen griffbereit hat, verkürzt das Gespräch und erhält eine genauere Einschätzung.

Welche Unterlagen und Fragen gehören zum Impftermin?

Zum Termin gehören der Impfpass, eine Übersicht bestehender Vorerkrankungen und, falls vorhanden, Hinweise auf frühere Unverträglichkeiten. Sinnvolle Fragen sind: Welche Auffrischungsimpfung ist als nächstes fällig? Passt der aktuelle Pneumokokken- oder Gürtelrose-Status zu den aktuellen STIKO-Empfehlungen? Gibt es aufgrund von Vorerkrankungen Gründe, einzelne Impfungen vorzuziehen oder zu verschieben?

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht die jeweils aktuellen Empfehlungen im Impfkalender, den auch Praxen als Grundlage nutzen. Wer möchte, kann diesen vorab selbst einsehen und gezielt nachfragen, wo der eigene Impfpass davon abweicht.

Können Impfungen kombiniert werden und wer übernimmt die Kosten?

Mehrere Impfungen lassen sich an einem Termin verabreichen, etwa Grippe- und Pneumokokken-Impfung gemeinsam, was laut einer Einordnung für Fachkreise ausdrücklich im Sinne der STIKO-Empfehlungen liegt, um einen frühzeitigen und vollständigen Schutz zu erreichen. Die gleichzeitige Gabe verursacht in der Praxis selten stärkere Nebenwirkungen als eine einzelne Impfung.

Die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen für Menschen ab 60 werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Unsicherheit zu einzelnen Impfstoffen oder Sonderfällen lohnt sich eine kurze Rückfrage bei der eigenen Krankenkasse vor dem Termin.

Ein regelmäßiger Impfcheck schafft Klarheit

Der Impfschutz im Alter verändert sich mit neuen Empfehlungen, neuen Impfstoffen und dem eigenen Gesundheitszustand. Ein jährlicher Blick in den Impfpass, am besten im Rahmen des Grippeimpftermins im Herbst, deckt zuverlässig auf, wo Auffrischungen fällig sind oder neue Impfungen wie gegen Pneumokokken, Gürtelrose oder RSV infrage kommen.

Niemand muss diese Entscheidungen allein treffen. Die Hausarztpraxis kennt die individuelle Krankengeschichte und kann die STIKO-Empfehlungen auf die persönliche Situation übertragen, einschließlich möglicher Risikofaktoren durch Vorerkrankungen oder Pflegebedürftigkeit. Wer den nächsten Termin ohnehin plant, kann den Impfstatus gleich mit ansprechen.