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Impfungen im Alter 2026: Was Senioren besprechen sollten

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Immunsystem spürbar: Fachleute sprechen von Immunseneszenz, einem schleichenden Nachlassen der Abwehrkräfte, das Infektionen schwerer verlaufen lässt und gleichzeitig die Wirkung mancher Impfstoffe abschwächt. Genau deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf den eigenen Impfstatus ab 60 Jahren.

Wer ab 60 Jahren seinen Impfschutz mit dem Hausarzt durchgeht, senkt das Risiko für schwere Verläufe bei Grippe, COVID-19, Gürtelrose und Pneumokokken-Erkrankungen deutlich. Impfungen im Alter sind keine einmalige Angelegenheit, sondern ein fortlaufendes Thema, das bei jedem Arztbesuch zur Sprache kommen sollte.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Impfungen für Senioren 2026 aktuell empfohlen werden, warum manche jährlich aufgefrischt werden müssen und welche Fragen sich für das nächste Gespräch in der Praxis lohnen.

Welche Impfungen empfiehlt die STIKO ab 60 Jahren?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) legt fest, welche Schutzimpfungen für Erwachsene ab 60 Jahren als Standard gelten. Diese Empfehlungen werden jährlich überprüft und im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht.

Was steht im Impfkalender 2026 für Erwachsene ab 60?

Der Impfkalender im Epidemiologischen Bulletin 4/2026 listet die Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam auf. Für Menschen ab 60 Jahren gehören dazu Grippe, COVID-19, Pneumokokken und Gürtelrose als feste Bestandteile.

Ergänzend nennt das RKI in seinen STIKO-Empfehlungen die Tabelle der Indikations- und Auffrischimpfungen mit ausführlichen Erläuterungen zu Abständen und Risikogruppen.

Was unterscheidet Standard- und Indikationsimpfungen?

Standardimpfungen gelten für alle Personen einer Altersgruppe unabhängig von individuellen Risiken. Indikationsimpfungen richten sich dagegen an Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, beruflichen Risiken oder Reiseplänen.

Bei Erwachsenen ab 60 Jahren zählen Grippe, COVID-19, Pneumokokken und Gürtelrose inzwischen zu den Standardimpfungen, während etwa die FSME-Impfung weiterhin als Indikationsimpfung für Menschen in Risikogebieten gilt.

Welche Atemwegsimpfungen sind besonders wichtig?

Atemwegsinfektionen zählen im höheren Alter zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte, weil Lunge und Immunsystem gemeinsam an Belastbarkeit verlieren. Grippe, COVID-19 und RSV stehen deshalb im Mittelpunkt der jährlichen Impfberatung.

Grippe: Warum wird jährlich geimpft?

Die Influenza-Impfung muss jedes Jahr erneuert werden, weil sich die zirkulierenden Virusstämme laufend verändern. Für Menschen ab 60 Jahren wird häufig ein Influenza-Hochdosis-Impfstoff eingesetzt, der eine stärkere Immunantwort auslösen soll als Standardpräparate.

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung im Herbst für alle Personen ab 60 Jahren, wie unter anderem in einer Übersicht zu wichtigen Impfungen für Ältere beschrieben wird.

COVID-19: Für wen ist die jährliche Impfung vorgesehen?

Die COVID-19-Impfung ist mittlerweile als jährliche Auffrischimpfung für Menschen ab 60 Jahren vorgesehen. Grund dafür ist das anhaltend höhere Risiko für schwere Verläufe einer SARS-CoV-2-Infektion in dieser Altersgruppe.

Aktuelle mRNA-Impfstoffe werden dabei in der Regel saisonal angepasst. Eine Übersicht zum Impfen im Alter ordnet die jährliche COVID-19-Impfung neben der Pneumokokken-Impfung als neue Standardimpfung ein.

RSV: Was gilt ab 75 Jahren und bei erhöhtem Risiko?

Die RSV-Impfung wird für alle Menschen ab 75 Jahren empfohlen sowie für 60- bis 74-Jährige mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe, etwa bei chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen. Das berichtet die Ärzte Zeitung zu den aktuellen Impfschemata für ältere Menschen.

Eine große Studie mit 131.276 randomisierten Teilnehmern ab 60 Jahren untersuchte die Wirksamkeit eines RSV-Prefusion-F-Impfstoffs im Vergleich zu einer ungeimpften Kontrollgruppe, wie eine Analyse zu respiratorischen Infektionen im Alter beschreibt.

Wie schützen Impfungen vor Pneumokokken und Gürtelrose?

Pneumokokken-Erkrankungen und Gürtelrose zählen zu den Infektionen, die im Alter besonders häufig schwer verlaufen und bleibende Beschwerden hinterlassen können. Beide Impfungen gehören inzwischen zu den Standardimpfungen ab 60 Jahren.

Pneumokokken: Welcher Impfstoff wird ab 60 empfohlen?

Für Erwachsene ab 60 Jahren wird in der Regel eine einmalige Impfung mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen. Diese Vereinfachung hat die frühere Kombination aus PCV13 und PPSV23 bei den meisten Menschen abgelöst.

Eine Übersicht zu Änderungen bei Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken bestätigt, dass eine einmalige Pneumokokken-Impfung ab dem 60. Lebensjahr inzwischen meist ausreicht. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind laut RKI Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen.

Gürtelrose: Warum sind zwei Impfdosen nötig?

Die Herpes-Zoster-Impfung besteht aus zwei Dosen im Abstand von 2 bis 6 Monaten, weil erst die vollständige Grundimmunisierung einen verlässlichen Schutz aufbaut. Verwendet wird ein adjuvantierter Herpes-Zoster-Totimpfstoff, der für alle Menschen ab 60 Jahren als Standardimpfung empfohlen wird, wie die Impfakademie erläutert.

Gürtelrose entsteht durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das nach einer früheren Windpocken-Infektion im Körper verbleibt. Eine gefürchtete Komplikation ist die Post-Zoster-Neuralgie, ein anhaltender Nervenschmerz, der die Lebensqualität über Monate einschränken kann.

Welche älteren Impflücken sollten geprüft werden?

Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten geraten im Alltag häufig aus dem Blick, obwohl die Grundimmunisierung aus der Kindheit irgendwann aufgefrischt werden muss. Ein Blick in den Impfausweis deckt solche Lücken oft erst nach Jahrzehnten auf.

Tetanus und Diphtherie: Wann steht eine Auffrischung an?

Die Tetanus-Impfung und die Diphtherie-Impfung sollten alle zehn Jahre aufgefrischt werden, unabhängig vom Lebensalter. Eine Tetanus-Auffrischungsimpfung und Diphtherie-Auffrischungsimpfung werden in der Regel gemeinsam verabreicht.

Wer sich an die letzte Auffrischung nicht erinnert oder keinen Impfausweis mehr besitzt, sollte das beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Eine neue Grundimmunisierung ist nur in seltenen Fällen nötig.

Keuchhusten: Wann kommt die Kombinationsimpfung infrage?

Die Pertussis-Impfung wird bei einer fälligen Tetanus-Diphtherie-Auffrischung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung mitgegeben. Das betrifft besonders Menschen mit engem Kontakt zu Säuglingen, da Keuchhusten für Neugeborene lebensbedrohlich verlaufen kann.

Was gehört zum persönlichen Impfgespräch?

Ein strukturiertes Impfgespräch beginnt mit dem aktuellen Impfausweis und einer kurzen Bestandsaufnahme der Vorerkrankungen. Darauf aufbauend lässt sich klären, welche Standardimpfungen fehlen und welche zusätzlichen Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind.

Wann sind zusätzliche Impfungen sinnvoll?

Die FSME-Impfung kommt für Menschen infrage, die sich häufig in Risikogebieten mit Zeckenvorkommen aufhalten, etwa bei Gartenarbeit oder Wanderungen. Weitere Indikationsimpfungen richten sich nach individuellen Risiken wie chronischen Atemwegserkrankungen oder einer geschwächten Immunabwehr.

Wie lassen sich Impfstatus und aktuelle Empfehlungen prüfen?

Die kostenlose STIKO-App bietet eine laufend aktualisierte Übersicht zu Standard- und Indikationsimpfungen für alle Altersgruppen. Eine Fachpublikation zum Impfen im Alter empfiehlt die App ausdrücklich als Orientierungshilfe neben dem Gespräch in der Praxis.

Welche Fragen zu Verträglichkeit und Kosten sind sinnvoll?

Sinnvolle Fragen betreffen mögliche Nebenwirkungen, die Kombinierbarkeit mehrerer Impfungen an einem Termin und die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung. Die meisten der genannten Standardimpfungen werden für Kassenpatienten ab 60 Jahren vollständig übernommen.

Mit geprüftem Impfstatus ins Arztgespräch

Impfungen im Alter wirken am besten, wenn der Impfstatus regelmäßig überprüft und nicht erst nach einer Erkrankung nachgeholt wird. Grippe, COVID-19, Pneumokokken, Gürtelrose und bei entsprechendem Risiko RSV bilden den Kern der aktuellen Empfehlungen ab 60 Jahren.

Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten verdienen dabei ebenso Aufmerksamkeit wie die neueren Standardimpfungen. Der Impfausweis und die STIKO-App liefern dafür eine verlässliche Grundlage für das nächste Gespräch in der Hausarztpraxis.